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Aramäisch kochen – Vorwort und Danksagung

Vorwort und Danksagung

Neben der Liebe zum Kochen gab es weitere wichtige Beweggründe, die uns veranlasst haben, dieses zu Buch zu schreiben. Uns ist es wichtig, unser eigenes Volk als Leser zu gewinnen. Die Aramäer ohne einen eigenen Staat müssen sich weltweit in über 20 fremdsprachigen Ländern tagtäglich behaupten. Die Gefahr, die eigene Sprache und folglich auch die Identität in der Diaspora zu verlieren, wächst von Jahr zu Jahr.

Dabei spielt die aramäische Küche bzw. Esskultur ebenfalls eine wichtige Rolle. Denn wie in allen südländischen Kulturen, so verbindet auch bei den Aramäern die Esskultur die Menschen mit der eigenen Sprache. Früher wurde das Wissen um die aramäische Kochkunst traditionsgemäß von der Mutter auf die Tochter übertragen.

Seit mehreren Jahrzehnten hat sich ein Großteil der Aramäer in den westlichen Industrienationen niedergelassen und sehr gut integrieren können. In diesen Ländern kochen im Regelfall die Mütter für ihre Kinder, solange sie im Haus sind. Die noch nicht ausgezogenen Kinder, gleichgültig welchen Alters, kochen dagegen sehr selten. Folglich beginnen die meisten heranwachsenden Kinder erst dann selbst zu kochen, wenn sie bereits ausgezogen sind. Dadurch ergeben sich kaum noch Gelegenheiten, die traditionelle Kochkunst zu erlernen. Die mobile Arbeitswelt von heute erschwert diesen Zustand zusätzlich. Denn oft ziehen die Kinder der Arbeit wegen in größere Städte.

Mit diesem Kochbuch wollen wir den jungen Frauen und Männern eine Möglichkeit bieten, die Spezialitäten der aramäischen Küche wieder zu erlernen. Ebenso wichtig ist es uns, das Interesse der Leser aus dem deutschsprachigen Raum zu wecken. Wir wollen erreichen, dass man in Deutschland, Österreich und in der Schweiz die würzig-aromatische Vielfalt der aramäischen Küche kennen- und lieben lernt. Außerdem freuen wir uns sehr, wenn wir unser Volk und unsere Kultur durch die aramäische Kochkunst
bekannter machen.
Dieses Buch hat keinen Anspruch auf eine vollständige Sammlung aller aramäischen Gerichte. Jedoch wollen wir hier den Anfang machen, um das wertvolle Wissen um die aramäische Kochkunst zu bewahren.
Danken wollen wir folgenden Personen:
Atiya Aslan, Gezale Aslan, Zakija Aslan, Besna Celik, Nahid Fadai, Ninwa Aslan, Zeki Bilgic (NISIBIN), Hanna Sabo, René Marty, Julia Witzel, Katharina Schwamberger, Benjamin Küster, Stefan Bechstein, Iara Fidrowicz, Süleyman Celik, Johannes Celik, Michael Bakircioglu (KraS) und Adiba Dal. Jede dieser Personen hat uns auf ihre Weise bei diesem Werk unterstützt.

Herzlichst Lama Dursun, Maria Aslan und Saliba Celik
Paderborn, 15. November 2013